Aus dem Workshop: Leipzig

Am 1. und 2. Dezember sind wir zu zweit nach Leipzig gereist und sind in den Räumen des Offenen Dialog e.V. mit anderen Menschen zusammengekommen, um unsere Erfahrungen mit Suizidalität auszutauschen. Wieder waren wir berührt davon, was möglich ist, wenn der Raum für Austausch darüber geöffnet wird.

Wir haben uns unter anderem mit Chancen und Grenzen von Selbsthilfe im Umgang mit Suizidalität beschäftigt. Wir haben herausgefunden, wie wertvoll die Erfahrung ist, dass mein Leben und Wohlergehen meinem Gegenüber persönlich am Herzen liegt. Im professionellen Hilfesystem stehen selbst menschliche Erfahrungen im Schatten institutioneller Rahmengbedingungen und professioneller Distanz. Auch stammt ein großer Teil der Wirkkraft der gemeinschaftlichen Selbsthilfe daraus, dass wir ähnliche Erfahrungen und Kompetenzen haben, auf denen wir die gegenseitige Unterstützung aufbauen. Darin ist ein tieferes Verständnis und Akzeptanz der aktuellen Situation möglich.

Doch auch die Selbsthilfe ist durch Rahmenbedingungen eingeschränkt. Diese betreffen vor allem finanzielle und menschliche Möglichkeiten. Es sind nach wie vor zu wenige Menschen in der Selbsthilfe aktiv und für diese kann es ein wöchentlicher Kampf sein, den Lebensunterhalt zu verdienen und sich zugleich in der Selbsthilfe einzubringen. Auch die Erreichbarkeit gemeinschaftlicher Selbsthilfe ist durch den Mangel an Ressourcen eingeschränkt. Viele Gruppen organisieren daher auch Emailberatung oder rufen andere Betroffene zurück.

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