Projektteam

Kristina Dernbach

Suizidgedanken haben mich gut die Hälfte meines Lebens mal mehr, mal weniger intensiv begleitet. Einen Höhepunkt erreichten sie, als ich nach zwei Schulabbrüchen ohne Perspektive und ohne Hoffnung war. Meine Erfahrungen mit Psychiatrie haben eher zu Leid und Verwirrung beigetragen, als sie aufzulösen und es kostete danach viel Kraft und Zeit, die Abhängigkeit von Psychiatrie und Therapie zu beenden. Erst danach konnte ich langsam anfangen, mich den Traumatisierungen und Lebensproblemen zuzuwenden, die mich in die Psychiatrie geführt hatten. Ich habe mittlerweile keine Suizidgedanken mehr. Dabei habe ich vor allem gelernt, dass die Gründe, aus denen Suizidgedanken aufhören, genau so komplex, schmerzhaft und verwirrend sein können wie die Gründe, aus denen sie kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Trennung zwischen den „noch Leidenden“ und den „Genesenen“ eine Illusion ist, die allen schadet und die wir überwinden müssen.

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Leilani Engel

Mit Suizidgedanken kam ich schon in meiner Jugend in Berührung und seitdem sind sie auch ein stetiger Begleiter. Bis heute tauchen sie immer wieder auf.
Mit 17 Jahren kam ich nach einem Suizidversuch in der Jugendwohngruppe in der ich damals lebte zum ersten Mal in die Psychiatrie. Nach der ersten Nacht in der KJP wurde ich direkt auf eine geschlossene Station in der Erwachsenenpsychiatrie verlegt, da es ihnen zu riskant mit mir war, weil ich mit niemandem mehr sprach. Ich war einfach völlig überfordert und hatte Angst!
Seitdem war ich aufgrund meiner Suizidalität schon unzählige Male in verschiedenen Kliniken. Teilweise mit Unterbringungbeschlüssen und Fixierungen. Das alles hat keineswegs dazu geführt, dass es mir besser ging, im Gegenteil: Ich wurde immer verzweifelter…
Ich fand zur Selbsthilfe und erfuhr, wie wertvoll diese sein kann!
Ein Austausch auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Unterstützung.

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Felix Henneberg

Mein Name ist Felix, ich lebe in Berlin, bin 35 Jahre alt und Vater von 2 Kindern.
Ich hatte in meiner Jugend unüberwindbar scheinende Probleme, keine Perspektive und viele unschöne Erfahrungen mit Autorität und Gewalt.
Mit 16 hatte ich den Entschluss gefasst meinen 18. Geburtstag nicht mehr zu erleben und setzte alles daran diesen Plan umzusetzen.
Als Folge der Ver_rückung die in diesem Prozess einsetzte folgten 2 Aufenthalte in der geschlossenen Kinder und Jugendpsychiatrie mit anschließender „Resozialisierung“ von 1,5 Jahren Dauer.
Das Thema Suizid ist seit meinem Teenagerdasein ein zentrales Thema, dass mich auch seit den ersten Besuchen in einer Selbsthilfegruppe vor zehn Jahren bis heute begleitet.
Gute Freund*innen leisteten mir enorme Hilfe meine eigenen dunklen Etappen zu überwinden.
In meinem Umfeld kam es wiederholt zu Suizid und so kenne ich auch die schmerzliche Rolle des Hinterbliebenen.

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Kristina Dernbach

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Suizidgedanken haben mich gut die Hälfte meines Lebens mal mehr, mal weniger intensiv begleitet. Einen Höhepunkt erreichten sie, als ich nach zwei Schulabbrüchen ohne Perspektive und ohne Hoffnung war. Meine Erfahrungen mit Psychiatrie haben eher zu Leid und Verwirrung beigetragen, als sie aufzulösen und es kostete danach viel Kraft und Zeit, die Abhängigkeit von Psychiatrie und Therapie zu beenden. Erst danach konnte ich langsam anfangen, mich den Traumatisierungen und Lebensproblemen zuzuwenden, die mich in die Psychiatrie geführt hatten. Ich habe mittlerweile keine Suizidgedanken mehr. Dabei habe ich vor allem gelernt, dass die Gründe, aus denen Suizidgedanken aufhören, genau so komplex, schmerzhaft und verwirrend sein können wie die Gründe, aus denen sie kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Trennung zwischen den „noch Leidenden“ und den „Genesenen“ eine Illusion ist, die allen schadet und die wir überwinden müssen.

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